Beim Stempeln fällt sie fast zwangsläufig auf: die Stelle, an der die Zeichnung selbst nicht stimmt. Ein Maß, das sich mit einem anderen beißt. Eine Toleranz, die fehlt. Ein Bezugsbuchstabe, den es nirgends gibt. Wer prüft, liest eine Zeichnung genauer als fast jeder andere im Haus — und findet deshalb Fehler, die vorher niemand gesehen hat.
Nur: Wie sagt man es der Konstruktion? Der übliche Weg ist erstaunlich analog. Zeichnung ausdrucken, mit dem roten Stift markieren, wieder einscannen, per Mail schicken. Genau dafür gibt es in DrawingStamp Pro den Werkzeugkasten Zeichnungskorrekturen.
Korrekturen gehören auf eine eigene Ebene
Der wichtigste Punkt ist keiner, den man sieht: Korrekturen liegen auf einer eigenen Ebene, getrennt von den Prüfstempeln. Das klingt nach einer inneren Angelegenheit der Software, entscheidet aber darüber, ob das Ergebnis brauchbar ist. Ein durchgestrichenes Maß ist kein Prüfmerkmal. Eine Revisionswolke gehört nicht in die Merkmalsliste. Würden beide in denselben Topf wandern, stünde am Ende im Prüfplan eine Nummer, zu der es nie einen Messwert geben kann.
Durch die Trennung bleibt die nummerierte Merkmalsliste sauber, während auf derselben Zeichnung die Anmerkungen für die Konstruktion stehen. Beides landet zusammen in der exportierten PDF — auseinanderhalten muss sie hinterher niemand mehr.
Die Werkzeuge sprechen die Sprache der Zeichnung
Anmerkungen in eine PDF setzen kann jeder Betrachter. Der Unterschied liegt im Vokabular. Ein allgemeines Werkzeug bietet Pfeil, Kasten und Textfeld — technische Zeichnungen sprechen aber in Symbolen, und die will man nicht als krakeligen Freihandkringel andeuten müssen. Deshalb gibt es hier gut ein Dutzend Werkzeuge, und die meisten davon kommen direkt aus der Zeichnungsnorm:
- Form- und Lagetoleranz-Rahmen (GD&T) — mit dem passenden Symbol, so wie er auf der Zeichnung stünde.
- Bezugssymbol, wenn der Bezug fehlt oder falsch benannt ist.
- Rauheitssymbol nach ISO 1302 in seinen drei Varianten — Grundsymbol, Materialabtrag erforderlich, Materialabtrag unzulässig.
- Theoretisch genaues Maß, also der Wert im Kästchen, wie ihn die Positionstolerierung verlangt.
- Hüllbedingung als Symbol statt als Fußnote.
- Maßpfeil — eine Linie mit Pfeilspitzen an beiden Enden und dem Maßtext darüber, für das Maß, das auf der Zeichnung schlicht fehlt.
- Informationsstempel für den Rahmen, in dem Prüfer, Datum oder Revisionsstand festgehalten werden.
Dazu die alltäglichen: Durchstreichen, Freitext, Pfeile und Hinweislinien, Kreis, Rechteck, Ellipse, Linie, Freihand, Revisionswolke und nummerierte Ballons. Standardmäßig zeichnet alles davon in Rot — der Farbe, die in diesem Zusammenhang jeder sofort richtig liest; Farbe, Linienstärke und Deckkraft lassen sich pro Anmerkung ändern, etwa um eine Fläche halbtransparent zu hinterlegen, statt sie zuzudecken.
Wie das im Alltag aussieht
Ein falsches Maß wird durchgestrichen, der richtige Wert als Freitext daneben gesetzt. Ein ganzer Bereich, der überarbeitet werden muss, bekommt eine Revisionswolke. Eine Rückfrage hängt an einer Hinweislinie und zeigt genau auf die Stelle, um die es geht. Vergriffen? Strg + Z nimmt den letzten Schritt zurück, Strg + Y holt ihn wieder.
Am Ende steht eine PDF, die zwei Dinge gleichzeitig zeigt: die geprüfte, nummerierte Zeichnung — und, rot darüber, was an ihr auffällt. Der Ausdruck, der rote Stift und der Scanner entfallen; die Korrekturen bleiben scharf, verschiebbar und jederzeit änderbar, statt als Pixelkringel im Scan zu enden.
Aus der Praxis entstanden
Der Werkzeugkasten ist nicht am Schreibtisch erdacht worden. Welche Symbole wirklich gebraucht werden — und welche man sich sparen kann — hat sich im Austausch mit Anwendern ergeben; unser Partner RED-Drawing hat dabei besonders geholfen, wie wir an anderer Stelle beschrieben haben. Ergänzt wird der Kasten weiterhin: Wenn beim Prüfen ein Symbol fehlt, das man von Hand hinmalen müsste, ist das ein guter Anlass für eine Nachricht an uns.
Ausprobieren
Die Zeichnungskorrekturen sind Teil der Anwendung, kein Zusatzmodul — wer DrawingStamp Pro im Beta-Test nutzt, hat sie bereits dabei. Einen Überblick über den restlichen Funktionsumfang gibt die Seite Zeichnung stempeln.