Blog

Erstmusterprüfbericht (EMPB) Schritt für Schritt – von der Zeichnung zum Prüfplan

Wer zum ersten Mal einen Erstmusterprüfbericht abliefern muss, steht meist vor derselben Frage: Wo fange ich an? Dieser Leitfaden geht den Weg von der Zeichnung bis zum fertigen Prüfplan Schritt für Schritt durch — so, wie er in Fertigung und Qualitätssicherung täglich gebraucht wird.

Was der EMPB leisten muss

Der Erstmusterprüfbericht (EMPB) dokumentiert bei einer Erstbemusterung, dass ein Serienteil alle Vorgaben der Zeichnung erfüllt — üblicherweise nach VDA Band 2 oder PPAP. Der Kern ist immer derselbe: Jedes prüfrelevante Merkmal der Zeichnung bekommt eine eindeutige Nummer, zu jeder Nummer gehört ein Sollwert mit Toleranz, und zu jedem Sollwert wird ein Messwert erfasst. Ohne diese Nummerierung lässt sich später nicht mehr zuordnen, welcher Messwert zu welchem Maß gehört.

Schritt 1: Die Zeichnung sichten

Bevor irgendetwas gestempelt wird, lohnt ein Blick auf die Qualität der Vorlage. Eine Vektor-PDF direkt aus dem CAD ist der Idealfall — Texte und Maße sind darin als echte Zeichen enthalten. Ein Scan (oder eine TIFF-Datei) enthält dagegen nur Bildpunkte; hier muss zuerst eine Texterkennung (OCR) die Maße lesbar machen, und es bleibt mehr Nacharbeit. Auch das Schriftfeld verdient Aufmerksamkeit: Dort stehen die Allgemeintoleranz (z. B. ISO 2768-mK) und oft Randbedingungen, die im Prüfplan gebraucht werden.

Schritt 2: Merkmale kennzeichnen — das Ballooning

Jetzt wird gestempelt: Jedes Maß, jede Toleranz, jedes Form- und Lagesymbol (GD&T) und jede Oberflächenangabe bekommt einen fortlaufend nummerierten Ballon. Früher geschah das von Hand mit dem Prüferstempel — dem sprichwörtlichen „Kartoffelstempel“ — heute elektronisch am Bildschirm. Wichtig ist Vollständigkeit: Ein übersehenes Merkmal fällt oft erst auf, wenn der Kunde den Bericht zurückweist.

Schritt 3: Die Merkmalsliste — aus Ballons wird ein Prüfplan

Zu den Nummern auf der Zeichnung entsteht die passende Liste: Nummer, Merkmal, Nennwert, Toleranz, Prüfmittel. Diese Bill of Characteristics ist das Rückgrat des EMPB — sie wandert als Excel-Tabelle weiter ins CAQ-System oder direkt zur Messmaschine.

Schritt 4: Messen und eintragen

Die Erstmuster werden vermessen — je nach Merkmal mit Messschieber, Messschraube oder Koordinatenmessmaschine — und die Istwerte den Nummern zugeordnet. Spätestens hier zahlt sich eine saubere Nummerierung aus: Prüfer und Messtechniker sprechen über „Merkmal 17″, nicht über „das Maß links unten neben der Bohrung“.

Schritt 5: Formblätter und Freigabe

Zum Schluss werden die Formblätter nach VDA Band 2 bzw. PPAP ausgefüllt und mit der ballonierten Zeichnung eingereicht. Dieser Teil bleibt Sache des eigenen Prüfprozesses oder CAQ-Systems — kein Ballooning-Werkzeug nimmt einem die Bewertung und Freigabe ab.

Wo Software den Weg abkürzt

Die Schritte 2 und 3 sind reine Fleißarbeit — und genau dort setzt DrawingStamp Pro an: Es erkennt Maße, Toleranzen, GD&T und Oberflächenangaben in der Zeichnung automatisch, setzt die nummerierten Stempel und exportiert die Merkmalsliste nach Excel. Den Großteil der prüfrelevanten Merkmale findet es von selbst; den Rest ergänzt man mit zwei Klicks. Am zuverlässigsten arbeitet die Erkennung auf Vektor-Zeichnungen aus dem CAD — bei gescannten Zeichnungen hilft die eingebaute Texterkennung, die Nacharbeit ist dort aber größer. Mehr dazu auf der Seite EMPB-Software.

Zurück zum Blog