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Imperial-Modus: DrawingStamp Pro stempelt jetzt auch Zoll-Zeichnungen

Ein Beta-Tester hat uns im Oktober eine Reihe amerikanischer Zeichnungen geschickt — und konnte damit nicht arbeiten. Der Grund war grundsätzlicher, als es zuerst aussah: DrawingStamp Pro kannte bis dahin gar keine Maßeinheit. Alles war stillschweigend Millimeter. Das ist jetzt anders.

Der Grundsatz: es wird nichts umgerechnet

Die wichtigste Entscheidung steht am Anfang, und sie ist bewusst unspektakulär: Werte bleiben, wie sie auf der Zeichnung stehen. Aus .656 wird keine 16,66. Die Einheit wird getragen, ausgewiesen und bestimmt, welche Allgemeintoleranz überhaupt gelten kann — gerechnet wird nichts.

Der Grund ist der Prüfer am Messgerät. Wer einen Erstmusterprüfbericht neben die Zeichnung legt, will dieselbe Zahl sehen. Jede stille Umrechnung ist eine Stelle, an der sich ein Rundungsfehler einnistet, den später niemand mehr findet.

Die Einheit gehört zur Zeichnung

Die Einheit ist keine Programmeinstellung, sondern eine Eigenschaft des Blattes — zwei gleichzeitig geöffnete Zeichnungen können unterschiedliche Einheiten haben. Einstellbar unter Einstellungen ▸ Einheit, mit einer Vorgabe für neue Dokumente.

Meistens muss man sie gar nicht setzen. Steht auf dem Blatt DIMENSIONS: INCHES, UNITS: INCH oder Maße in mm, erkennt DrawingStamp Pro das selbst, stellt um und sagt es in der Statuszeile. Der Anker ist dabei das Wort DIMENSION(S) beziehungsweise UNIT(S) davor — eine Gewindenotiz wie INCH: INTERNAL THREADS 2B sagt nichts über die Bemaßung des Blattes und wird deshalb auch nicht so gelesen.

Zahlen ohne führende Null

Zollzeichnungen schreiben Werte unter 1 ohne die Null davor: .656, Toleranzen als ±.005. Erkannt werden jetzt auch .039, Ø.827, R.039 und gestapelte Grenzabmaße wie Ø.283 +.004/-.000.

Dazu gehört ein zweiter, weniger offensichtlicher Punkt: Die Doppelbemaßung in eckigen Klammern wird nicht gestempelt. Bei Ø5.512 +.080/-.080 [Ø140.00 +2.00/-2.00] entsteht ein Merkmal, nicht zwei — und es behält seine eigene Toleranz.

Allgemeintoleranz nach Nachkommastellen

Amerikanische Zeichnungen toleranzieren nicht nach Nennmaßbereich, sondern nach der Anzahl der Nachkommastellen. Im Titelblock steht dann so etwas wie .X ±.1   .XX ±.01   .XXX ±.005.

DrawingStamp Pro liest diese Tabelle vom Blatt und gibt ihr Vorrang vor jeder hinterlegten Norm — denn was auf der Zeichnung steht, gilt. Findet sich keine, greift die neue Norm Title block inch (.X bis .XXXX, Winkel ±0°30′), die im Normeditor änderbar ist.

Ebenso wichtig ist, was bei Zoll nicht gilt: ISO 2768, die Kunststoffnormen und die ISO-286-Passungen rechnen in Millimetern und geben einem Zollmaß nichts. Ein Maß ohne passende Angabe bleibt deshalb untoleriert. Das ist Absicht — ein Millimeterwert an einem Zollmaß wäre nicht ungenau, sondern falsch, und zwar auf eine Art, die im Prüfbericht plausibel aussieht.

In den Berichten steht die Einheit

Was die Zeichnung sagt, sagt auch die Ausgabe: Der Prüfbericht nach PPAP/EMPB trägt das Kopffeld „Einheit / Unit“, AS9102 Form 3 das Feld „Units“, Kundenvorlagen den Platzhalter {{Unit}}, und der Messplan nennt die Einheit in der Titelzeile.

Was noch nicht enthalten ist

Der Vollständigkeit halber, damit niemand danach sucht:

  • Keine Einheit im Calypso-Export. Uns ist kein verlässlicher Schlüssel dafür bekannt, und wir raten an dieser Stelle nicht — wir warten, bis uns ein echtes Zoll-Messprogramm vorliegt.
  • Keine ANSI-Passungen (RC/LC/FN).
  • Kein Umrechnen zwischen Millimeter und Zoll. Siehe oben.

Ab wann

Der Imperial-Modus ist ab Build 1570 in der laufenden Beta enthalten. Wer mit Zoll-Zeichnungen arbeitet und mittesten möchte, kann sich über das Beta-Formular vormerken lassen — Zeichnungen in Zoll sind genau das, wovon wir gerade mehr sehen wollen.

Fehlt etwas, oder liest DrawingStamp Pro eine deiner Zeichnungen falsch? Dann melde es über das Support-Portal. Dieser ganze Modus geht auf genau so eine Meldung zurück.

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